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Händständ zum Glücklichsein ?

Kopfstand ja, aber selbstverständlich nur an der Wand.  Das auch nur nach langem Üben und einem traumatischen Erlebnis, wie die Teilnahme an einem 'Going Upside Down' Seminar, in dem versprochen wurde, an einem Wochenende, Hand- und Kopfstand zu erlernen. Leider habe ich nie ganz verstanden, warum da nur Leute erschienen sind, die alle schon den Hand- und Kopfstand konnten.  Da ich den Flow des Workshops wohl gestört habe, hat man mich dann schließlich ans Ende des Saales verfrachtet, wo ich alleine üben musste, zwischen zwei Ecken. Zu meiner Angst kopfüber zu stehen,  kam nun auch noch das Gefühl der Blamage dazu. Ich habe das Handstandkapitel danach erst mal geschlossen.

 

Später gab es noch ein paar Versuche, als ich auf ein Yoga Seminar eingeladen war und dachte  eine Showeinlage mit Handstand käme ganz gelegen. Diese Idee habe ich sehr schnell wieder verworfen. Natürlich frustriert und verärgert. 

Brauche ich den Handstand zum Leben, zum Glücklichsein? 

 

Im letzten Jahr, mit 56 Jahren (jetzt oder nie?) habe ich mir innerhalb von 3 Monaten (mit Hilfe von YouTube Tutorials) den Handstand selbst beigebracht. An der Wand natürlich.

 

Ich bin nun mächtig stolz- das Gefühl des 'Accomplishments' ist einfach eine feine Sache.

 

Seitdem probiere ich regelmäßig, aber immer nur an der Wand. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie das ohne Wand funktionieren kann. Die Visionen von Stürzen, Genick- und Rückenbrüchen habe ich immer sehr deutlich vor meinen Augen. Woher das wohl kommt? 

Ich klebe an der Wand!

Und dann tauchte Judith Peters (judith@sympatexter.com ) in meinem Instagram feed auf.

 

In 4 Wochen 3 Sekunden Handstand ohne Wand und auf den Händen laufen? REALLY? Sofort angemeldet mit 700 anderen Teilnehmern.  

 https://www.sympatexter.com/blogparade-handstand-lernen/ 

Ich bin nicht allein!

 

Am 4. Tag dann aus Versehen, schon mal den Purzelbaum probiert, ich dachte das gehörte zu den Übungen der ersten Woche, und außerdem einen Purzelbaum macht man doch mit links.... so wie früher ... äh, vor 50 Jahren?????

Kamera an und den ersten Purzelbaum arglos gerollt. Buohhhh, ich dachte ich ich habe nun einen ewigen Genickschaden....die zweite Rolle habe ich nur wegen der laufenden Kamera gemacht. Am Tag darauf dachte ich nur noch mit Grausen an den Purzelbaum. Tiefe Frustration machte sich wieder breit...ich kann's einfach nicht!

 

Brauche ich das zum Leben, zum Glücklichsein? 

Eine Freundin berichtete mir dann (das Thema beim Telefonieren ist ja nun die Händständchallenge), dass sie Salto und Purzelbäume im Bett macht. Prima Idee. Das ging dann auch viel besser mit dicker Matratze. Wieder ein Aha Moment, das könnte doch beim Abrollen/Fallen helfen und somit bricht man sich das Genick nicht! Heute Samstag, der major Breakthrough: Purzelbaum auf dem Boden mit 2 dicken Polstern, aha- so geht das also.Dann weiter Üben, vielleicht komme ich ja heute von der Wand weg. Nicht so einfach...das Gefühl der sicheren Wand, die ich am Kopf oder an der Schulter spüre, brauche ich einfach.


Langsam kam der Ärger, mit dem Ärger mehr Schwung! Dann OHO, keine Berührung mehr des Kopfes oder Schultern mit der sicheren Wand, die Beine waren oben, und das Gefühl des Schwebens war da und ein klitzekleines Gefühl ' so geht das also- ich werde mir gar nix brechen'. An der Balance muss ich noch arbeiten, aber wir haben ja noch 3 Wochen Zeit.

Brauche ich den Handstand zum Leben, zum Glücklichsein? 

Ich kann mir vorstellen, dass man ein glücklicherer Mensch werden kann, indem man alle Art von Bewegung spielerisch lernt und erforscht, wenn man Gedanken klärt und frei wird und so oft wie möglich vollständig präsent wird. Egal wie, indem man auf den  Händen balanciert, Yoga praktiziert oder auf eine irgendeine andere Weise, es wird sicher den gleichen Effekt haben!
Ich habe es wirklich genossen, diese Viertelsekunde auf den Händen zu balancieren, ohne Wandberührung. Es fühlt sich an, als wäre ich schwerelos. Es erfordert auch eine ziemlich große Konzentration, was bedeutet, dass es keine Zeit gibt, über etwas anderes nachzudenken. Ich bin total konzentriert und in dem Moment, in dem ich versuche, in einem Handstand zu balancieren, kann das sogar zu einer Form der Meditation werden. Es zwingt mich, im Moment vollständig präsent zu sein, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Die Herausforderung besteht , die Konsistenz zu fördern, die Angst zu überwinden und super einfache Fortschritte zu erzielen. All dies ist entscheidend, wenn man sich ein Ziel gesetzt hat, z.B. den Handstand zu lernen.

 

Ziel setzen, ausprobieren, fallen, wieder aufstehen, dranbleiben, üben!

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